Wenn ich an unsere Freunde im Todestrakt / Holman Prison/ Alabama - bei einer bevorstehenden Exekution dachte, befiel mich immer eine totale Panik und Horror.
Der Gedanke, dass man so lange vorher weiss, dass man nicht mehr SEIN wird - schien mir furchtbar.
Denn wir Anderen haben keine Ahnung von unserem Ende. Es kann jetzt sein, oder morgen, oder liegt in weiter Ferne.
In früheren Zeiten hat man sich auf das Sterben vorbereitet.
Heute wird es völlig verdrängt - es scheint nicht mehr da, und wenn's dann doch kommt, ist man völlig überrascht und überrumpelt. Als könnte das nicht sein.
Und doch weiss jeder Mensch, dass es sein muss. Offensichtlich hat noch keiner Überlebt.
Wenn man nun weiterdenkt, ist am Ende der Unterschied nicht mehr so gross.
Die wichtigste Tatsache ist doch, dass jeder Mensch sterben muss.
Die Einen wissen wann - (von der Schuld der Henker wollen wir nicht sprechen - wenn es dem Gesetz entspricht, werden alle, die unter diesem Gesetz leben, zu Mittätern also Mördern ) - die anderen nicht.
Wenn man den Vorgaben der Bibel, und so auch allen anderen Hochreligionen folgt, muss es eine Wiedergeburt geben. In einem Leben kann unmöglich alles Nötige erledigt sein.
Also, da wir weitere Chancen haben, unser Leben in den Griff zu bekommen, ist es eigentlich nicht mehr so wichtig, wann wir sterben, ob wir den Zeitpunkt wissen, - wir können es nochmal besser machen!
Nachwievor fühle ich mich "beschissen", wenn ich an die nächste Exekution denke - doch die o.g. Gedanken sind einTrost und eine Zuversicht.